Installation in Virtuozzo Containern für Linux

Für die Bereitstellung von Plesk in einer Umgebung mit Virtuozzo Containern sind die folgenden zwei Schritte notwendig:

  1. Installation des Plesk Anwendungs-Templates auf einem Hardware Node
  2. Erstellen eines Containers und Bereitstellung der Anwendung über das Template

Weitere Informationen zur Virtuozzo Container-Befehlszeilenschnittstelle oder Virtuozzo Container-API (XML oder SOAP) finden Sie in der Entwicklerdokumentation für Virtuozzo Container.

Der erste Schritt wird auf jedem Hardware Node nur einmal ausgeführt: Sobald ein Anwendungs-Template auf einem Hardware Node installiert wurde, kann es in beliebig vielen Containern bereitgestellt werden. Sie müssen nicht jedes Mal, wenn Sie einen Container mit Plesk bereitstellen möchten, einen neuen Container erstellen. Sie können stattdessen einen existierenden Container klonen, in dem Plesk bereits installiert wurde. Dieser Container fungiert somit als eine Art Template-Container.

Wenn das Template auf einem Hardware Node installiert wird, werden die wichtigsten Dateien verteilt und eingerichtet. Dies beinhaltet die Definition des Repositorys für Applikationspakete. Wenn die Anwendung dann in einem Container installiert wurde, kommunizieren Virtuozzo Container mit dem Repository (standardmäßig zu finden unter https://installer.plesk.com). Die Anwendungspakete werden abgerufen und im Container installiert. Die Pakete werden so lange im Cache des Nodes gespeichert bis dieser geleert wird. Dann werden die Pakete wieder über das Repository abgefragt, wenn die Anwendung in dem Container installiert wird.Um Zeit und Bandbreite zu sparen, sollten Sie einen benutzerdefinierten Mirror des Plesk Repositorys verwenden. Details finden Sie im Anhang C: Erstellen eines Mirrors des Plesk Update-Servers.

 

So installieren Sie das Plesk Template auf einem Hardware Node von Virtuozzo Containern mithilfe des Dienstprogramms "vzup2date":

  1. Stellen Sie über SSH eine Verbindung zum Hardware Node von Virtuozzo Containern her.
  2. Installieren Sie das Applikations-Template, indem Sie den Befehl im folgenden Format ausführen:

    vzup2date -z

  3. Wählen Sie das erforderliche Betriebssystem und das Applikations-Template aus und klicken Sie auf Weiter, um die Installation zu starten.

Hinweis: In Virtuozzo (früher Cloud Server) ist das Dienstprogramm "vzup2date" veraltet. Verwenden Sie stattdessen yum.

So installieren Sie das Plesk Template auf einem Hardware Node von Virtuozzo Containern manuell:

  1. Rufen Sie das Template auf der Odin Website ab und laden Sie es auf den Ziel-Hardware-Node von Virtuozzo Containern hoch.
  2. Installieren Sie das Applikations-Template, indem Sie den Befehl im folgenden Format ausführen:

    rpm -Uvh <absolute path to the template>

Zum Beispiel installiert der folgende Befehl Qmail:

rpm -Uvh pp11.5-centos-5-x86_64-ez-3.0.0-35.prl.293476.noarch.rpm

So verwenden Sie einen benutzerdefinierten Mirror:

  1. Erstellen Sie einen Mirror wie im Abschnitt Anhang C: Erstellen eines Mirrors des Plesk Update-Servers beschrieben.
  2. Bearbeiten Sie auf dem Hardware Node die Datei, welche die URL des Repositorys definiert.

    Die Datei zum Bearbeiten ist /vz/template/Linux/<os-version>/<platform>/config/app/<app-template-name>/default/repositories. Zum Beispiel: /vz/template/<BS>/<BS-Version>/<platform>/config/app/pp10/default/repositories.

  3. Ersetzen Sie die URLs des Plesk Update-Servers mit den entsprechenden URLs des Mirrors und speichern Sie die Datei.
  4. Bereinigen oder rufen Sie die Metadaten der Pakete neu ab.

    Sie können hierzu beispielsweise den Befehl vzpkg clean verwenden. Weitere Details finden Sie im Referenzhandbuch für Virtuozzo Container für Linux unter http://www.odin.com/support/virtualization-suite/pvc/.

So erstellen Sie einen Container und installieren Plesk darin:

  1. Erstellen Sie einen Container und konfigurieren Sie diesen.

    Führen Sie die folgenden Befehle aus:

    vzctl create <CTID> [options]

    vzctl set <CTID> <setting_name> <value> [--save]

    wobei

    • <CTID> eine beliebige Container-ID höher als 100 definiert, die auf dem Hardware Node eindeutig ist
    • über --save vzctl mitgeteilt wird, ob Änderungen in der Konfigurationsdatei des Containers gespeichert werden sollen

      Hinweis: Weitere Informationen zur Erstellung von Containern und zu Konfigurationsoptionen finden Sie im Referenzhandbuch für Virtuozzo Container für Linux unter http://www.odin.com/support/virtualization-suite/pvc/.

    Mit den Befehlen unten können Sie Folgendes erreichen:

    1. Erstellen Sie einen Container mit der ID 444 und mit der IP 10.100.1.2 , basierend auf dem Debian 5 Betriebssystem-Template .
    2. Legen Sie Grenzwerte und Limits für folgende Parameter fest: nicht austauschbaren Kernel-Speicher, privater (oder möglicherweise privater) Speicher, Anzahl der von allen Container-Prozessen geöffneten Dateien, Speicherplatz und die Gesamtzahl an Disk-Inodes (Dateien, Verzeichnisse, symbolische Links), die ein Container zuweisen kann.
    3. Speichern Sie Grenzwerte/Limits in der Konfigurationsdatei des Containers.
    4. Aktivieren Sie Power Panel auf dem vzpp-Port mit den Optionen "--offline_management yes --offline_service vzpp".

      # vzctl create 444 --ostemplate debian-5.0-x86_64

      # vzctl set 444 --ipadd 10.100.1.2 --hostname example.com --save

      # vzctl set 444 --save --kmemsize 24299200:26429120 --privvmpages 362144:392912 --numfile
      12000:12000 --diskspace 5117880:5242880 --diskinodes 350000:370000

      # vzctl set 444 --save --offline_management yes --offline_service vzpp

      Wichtig: Es ist zwingend notwendig, exakt diese Werte als Optionen zu verwenden, um die Kompatibilität von Plesk mit der Virtuozzo Umgebung sicherzustellen.

 

Wichtig: Für ein einwandfreies Funktionieren von Plesk muss der Container mit einer IPv4-Adresse konfiguriert werden.

  1. Starten Sie den neu erstellten Container:

    # vzctl start <CTID>

  2. Installieren Sie das Plesk Template im Container:
    • mit EZ-Templates:

      vzpkg install <CTID> <ppp_template_name> ...

      Mit dem folgenden Befehl werden zum Beispiel die Basis-Komponenten von Plesk, der BIND-DNS-Server und Kaspersky Anti-Virus installiert:

      # vzpkg install 444 pp11.5 pp11.5-bind pp11.5-kav

Hinweis: Bei der Installation von Templates, müssen Sie das Template des Mailservers angeben, das Sie verwenden möchten. Sie können dazu pp12-qmail, pp12-postfix oder pp12-msmtp angeben, wenn Sie keinen Mailserver mit Plesk installieren möchten.

So klonen Sie einen Container:

Führen Sie den Befehl im folgenden Format aus:

vzmlocal -C {CT List}
{CT List} = <em><source_CTID></em>:<em><dst_CTID></em>[:[<em><dstCT_private></em>][:<em><dstCT_root></em>]] [...]

Sie müssen die Quell-Container-ID (<source_CTID>) und die Ziel-Container-ID (<dst_CTID>) angeben. Die Angabe des Pfads "Private Area Path" des Ziel-Containers (<dstCT_private>) und des Stammverzeichnisses (<dstCT_root>) ist optional. Sie können die standardmäßigen Pfade - /vz/private/<dst_CTID> und /vz/root/<dst_CTID> entsprechend überschreiben. Weitere Informationen zu Befehlsoptionen finden Sie im Referenzhandbuch für Virtuozzo Container für Linux unter http://www.odin.com/support/virtualization-suite/pvc//.

Beispiel: Um einen eben erstellten Container mithilfe von Plesk zu klonen, führen Sie folgenden Befehl aus:

# vzmlocal -C 444:445