Um Angriffe gegen Webanwendungen zu erkennen und zu verhindern, gleicht die Web Application Firewall (ModSecurity) alle Abfragen an Ihren Webserver und die zugehörigen Antworten vom Server mit ihren Regeln ab. Wenn diese Überprüfung erfolgreich verläuft, wird die HTTP-Anforderung an die Website weitergegeben, um den Inhalt abzurufen. Fällt die Überprüfung hingegen negativ aus, werden die vorher definierten Aktionen durchgeführt.

ModSecurity wird sowohl in Plesk für Linux als auch in Plesk für Windows unterstützt. Es wird als Webserver-Modul (Apache oder IIS) ausgeführt.

ModSecurity aktivieren

So aktivieren Sie die Web Application Firewall:

  1. Go to Tools & Settings > Web Application Firewall (ModSecurity) (under „Security“).

    Wenn Sie diesen Link nicht sehen, installieren Sie die ModSecurity-Komponente unter Tools & Einstellungen > Updates > Komponenten hinzufügen/entfernen > Gruppe Webhosting.

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  2. Stellen Sie den Modus der Web Application Firewall auf Ein oder Nur Erkennung. Jede eingehende HTTP-Abfrage und die zugehörige Antwort werden mit einem Regelsatz verglichen. Wenn diese Überprüfung erfolgreich verläuft, wird die HTTP-Anforderung an die Website weitergegeben, um den Inhalt abzurufen. Fällt die Überprüfung hingegen negativ aus, wird das Ereignis protokolliert. Im Modus Nur Erkennung werden keine weiteren Aktionen ausgeführt. Im Modus Ein wird eine HTTP-Antwort mit einem Fehlercode ausgegeben.

    Bemerkung: Die Modi der Web Application Firewall können auf Server- sowie auf Domainebene eingerichtet werden. Jedoch kann der Modus auf Domainebene nicht höher sein als der für den Server festgelegte Modus. Wenn beispielsweise die Web Application Firewall auf der Server-Ebene im Modus Nur Erkennung arbeitet, werden Sie sie für Domains nicht auf Ein einstellen können. In dem Fall werden nur die Modi Aus und Nur Erkennung angezeigt.

  3. Go to the „Settings“ tab and then select the set of rules that will be checked by the web application firewall engine for each incoming HTTP request, or upload a custom rule set. You can select the following rule sets:

    • Atomic Standard (free, can be upgraded to Atomic Advanced). A free starter version of the Atomic ModSecurity rules, bundled with Plesk. It contains important security features and bug fixes released on a monthly basis. For rules included in this rule set, see Atomic ModSecurity Rule Sets.

    • OWASP (free). The OWASP ModSecurity Core Rule Set (CRS) provides generic protection from unknown vulnerabilities often found in web applications. This rule set is shipped for free. It is known as a very restrictive rule set; it requires additional tuning for production use. When this rule set is selected, WordPress partly does not work, webmail and file sharing do not work either. You can use Atomic or Comodo rule sets instead.

    • (Plesk for Linux) Comodo (free). A free, simple-to-use, customizable, rules-based traffic control system that protects your web-based applications and prevents newly emerging hacking techniques with the use of a frequently updated rules database. Unlike the „Comodo (free subscription)“ rule set, you do not need a subscription on the Comodo website to select „Comodo (free)“.

    • Atomic Advanced. The latest version of the rules, with all the performance enhancements, new security features and bug fixes released by Atomicorp GotRoot on a daily basis. This is a commercial rule set that is fully supported and recommended for production use. Plesk provides the Security Core Complete by Atomicorp extra feature that allows you to enable this rule set in Plesk. You can get this extra feature by the following ways:

      • Kaufen Sie das Produkt „Advanced ModSecurity Rules by Atomicorp“ im Plesk Online-Shop.
      • Wenn Sie bereits eine Plesk Lizenz haben, können Sie die zusätzliche Funktion über Plesk Partner Central oder über die Partner API hinzufügen. Details dazu finden Sie im Benutzerhandbuch für Partner Central oder in der Referenz für die Partner API 3.0.
      • Falls Sie zwar eine Plesk Lizenz, aber keinen Zugriff auf Plesk Partner Central haben, wenden Sie sich an Ihren Provider.

      Wenn Sie bereits ein Konto auf der Atomic-Website haben, geben Sie Ihren Benutzernamen und das Passwort an, um diesen Regelsatz zu aktivieren.

      Bemerkung: If you get this extra feature, the Plesk interface will display Atomic Advanced instead of Atomic Standard (free, can be upgraded to Atomic Advanced), and this actually means the complete Atomic Advanced ModSecurity rule set.

      Weitere Informationen zu den Regeln in diesem Regelsatz finden Sie unter Atomic ModSecurity Regelsätze.

      Vorsicht: (Plesk for Linux) If you select the Atomic ruleset, perform the following procedure to ensure that ModSecurity works fine. Run the aum -u command on the server. The Plesk modsecurity package will be replaced by that from the Atomic repository. Then run the following commands:

      • plesk sbin modsecurity_ctl --disable
      • plesk sbin modsecurity_ctl --enable
      • service httpd restart
    • (Plesk for Linux) Comodo (free subscription). This is a simple-to-use, customizable rules-based traffic control system that protects your web-based applications and prevents newly emerging hacking techniques with the use of a frequently updated rules database. This rule set is shipped for free. To enable this rule set in Plesk, register on the Comodo site and provide your username and password from this site.

      Bemerkung: By default, Plesk does not show the „Comodo (free subscription)“ rule set. To make the rule set visible in the Plesk interface, add the following lines to the panel.ini file:

      [modSecurity]
      ruleSet.comodo = 1
      
    • Custom rule set. You can upload a custom web application firewall rule set, for example, a trial package from Atomic or a free package from Comodo. Supported formats: zip, tar.gz, tgz, tar.bz2, conf.

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  4. Wenn der ausgewählte Regelsatz automatisch aktualisiert werden soll, klicken Sie das Kontrollkästchen Regelsätze aktualisieren an und wählen Sie den Aktualisierungszeitraum aus.

  5. Wählen Sie die vordefinierten Parameter aus oder geben Sie Ihre eigenen ModSecurity-Anweisungen an. Sie können die folgenden vordefinierten Parameter auswählen:

    • Schnell, wenn der URI der HTTP-Abfrage und Teile der Header analysiert werden sollen. Dieser Modus verbraucht am wenigsten CPU.

    • Ausgewogen, wenn der URI und die Header der HTTP-Abfrage sowie die POST-Daten der Abfrage analysiert werden sollen. Dieser Modus bietet eine gute Balance zwischen Qualität und Leistung.

    • Gründlich, wenn die vollständigen Header der HTTP-Abfrage, die POST-Daten der Abfrage und der Body-Content der HTTP-Antwort analysiert werden sollen. Dieser Modus verbraucht die meisten CPU-Ressourcen, ist aber für jene Websites zu empfehlen, für die besondere Sicherheitsmaßnahmen erforderlich sind. Ein Beispiel sind Online-Shops mit Kreditkarte als mögliche Zahlungsmethode.

      Bemerkung: Für eine optimale Leistung benötigt die Web Application Firewall einen lokalen DNS-Server, bei dem das Caching von Abfragen aktiviert ist. Sonst kann es passieren, dass Ihre Websites bei eingeschalteter Web Application Firewall langsam laden.

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Protokolldateien (Linux)

ModSecurity verwendet im Fall von Linux zwei Speicherorte für Protokolle:

  • Das ModSecurity-Auditprotokoll (unter /var/log/modsec_audit.log) ist sehr detailliert und wird vom gesamten Plesk Server verwendet. Sobald ModSecurity erkennt, dass ein Ereignis eingetreten ist, wird ein Eintrag in der Auditprotokolldatei generiert. Wenn Sie das ModSecurity-Auditprotokoll einsehen wollen, gehen Sie zu Tools & Einstellungen > Web Application Firewall (ModSecurity) und klicken Sie im Abschnitt ModSecurity-Auditprotokoll auf den Link Protokollarchiv. Hier können Sie die ModSecurity-Protokolldateien und das Datum der letzten Änderung einsehen sowie die Protokolldateien herunterladen.
  • Das Apache Fehlerprotokoll für eine Domain (befindlich in /var/www/vhosts/DOMAIN.TLD/logs/error_log) enthält nur kurze Informationen über Website-Fehler. Sie können das Fehlerprotokoll für eine bestimmte Website im Kunden-Panel einsehen. Gehen Sie dazu zu Websites & Domains > <Domainname> > Protokolle und wählen Sie auf der rechten Seite nur Apache-Fehler und nginx-Fehler anstatt Alle Protokolle aus.

Protokolldateien (Windows)

On Windows, ModSecurity audit logs are domain-specific and located in %plesk_dir%ModSecurity\vhosts\<domain's GUID>\logs (where %plesk_dir% is the default installation directory for Plesk).

Regeln deaktivieren

Eine Website funktioniert möglicherweise nicht mehr wie erwartet, wenn Sie den Modus der Web Application Firewall von Aus oder Nur Erkennung zu Ein ändern. Fehlercodes wie 403, 404 oder 500 sind dann im Fehlerprotokoll der Website finden und erscheinen wiederum nicht mehr, wenn Sie den Modus der Web Application Firewall zurück in Nur Erkennung oder Aus ändern. In diesem Fall sollten Sie das ModSecurity-Auditprotokoll analysieren, um herauszufinden, was genau passiert. Sie können zu strenge Sicherheitsregeln ausschalten oder die Website anpassen.

So finden Sie heraus, warum eine HTTP-Anforderung für eine Website nicht abgeschlossen werden konnte:

  1. Öffnen Sie die Protokolldatei für die Website.

    In Plesk für Linux können Sie das Protokoll in der Benutzeroberfläche von Plesk aufrufen. Gehen Sie zu Tools & Einstellungen > Web Application Firewall (ModSecurity) und klicken Sie auf den Link ModSecurity-Protokolldatei, um das Auditprotokoll herunterzuladen und es in einem neuen Browserfenster zu öffnen.

  2. Verwenden Sie die Suche (Strg+F in den meisten Webbrowsern), um Ereignisse in Verbindung mit der Website (dem Domainnamen) zu finden, die die Probleme verursacht haben. Suchen Sie zum Beispiel nach ihre_domain.tld. Der Browser wird Einträge markieren wie HOST: ihre_domain.tld. Suchen Sie drei Zeilen über dem markierten Eintrag eine Zeichenfolge wie --eece5138-B--. Die acht Zeichen zwischen den Bindestrichen (in unserem Beispiel eece5138) sind die ID des Ereignisses, das von der HTTP-Anforderung ausgelöst wurde.

  3. Suchen Sie weiter nach anderen Einträgen mit derselben Ereignis-ID. Halten Sie dabei Ausschau nach einem Eintrag mit einem H nach der Ereignis-ID (in unserem Beispiel eece5138-H--). Dieser Eintrag enthält die ID und die Beschreibung der Sicherheitsregel, die während der Überprüfung der HTTP-Abfrage ausgelöst wurde. Die ID der Sicherheitsregel ist eine ganzzahlige Nummer in Anführungszeichen, die mit 3 beginnt und zusammen mit dem Präfix id in eckige Klammern gesetzt ist. Zum Beispiel [id "340003"].

  4. Finden Sie eine Sicherheitsregel-ID in jenem Ereignis, indem Sie eine Teilzeichenfolge wie [id "3 verwenden. Sie können diese ID einsetzen, wenn Sie Regeln deaktivieren.

So deaktivieren Sie Regeln:

  1. Gehen Sie zu Tools & Einstellungen > Web Application Firewall (ModSecurity).
  2. Wählen Sie im Abschnitt Sicherheitsregeln ausschalten die Sicherheitsregel nach ID (z. B. 340003), Kennzeichnung (z. B. CVE-2011-4898) oder regulären Ausdruck (z. B. XSS) aus und klicken Sie auf OK.

Hinweis zu nginx und ModSecurity (Linux)

Unter Linux ist ModSecurity ein Modul für Apache. Daher kann es nur HTTP-Anforderungen überprüfen, die Apache erreichen. Apache kann aber auch durch einen weiteren Webserver ergänzt werden: nginx. Wenn Sie die Option PHP von nginx verarbeiten lassen des nginx-Webservers für den dynamischen Inhalt Ihrer Website auswählen, kann die Web Application Firewall HTTP-Anforderungen nicht überprüfen, da sie Apache nie erreichen. Für den statischen Content gilt dies bei eingeschalteter Option Statische Dateien direkt durch nginx bedienen, da HTTP-Abfragen Apache nicht erreichen und somit ModSecurity diese nicht überprüft.