Unterstützung des Dist-Upgrades
Ab Plesk 12.5 Ist es möglich, das Betriebssystem auf einem Plesk Server zu aktualisieren. Unterstützt werden folgende Dist-Upgrade-Wege in Plesk:
- von Debian 6 auf Debian 7
- von Debian 7 auf Debian 8
- von Ubuntu 12.04 auf Ubuntu 14.04
Warnung: Wenn Sie Plesk in einer Linux Distribution ausführen, die nicht Debian 6 oder 7, oder Ubuntu 12.04 ist, dürfen Sie auf keinen Fall versuchen, das Betriebssystem wie hier beschrieben upzugraden. Derartige Upgrade-Wege werden nicht von Odin unterstützt. Der Upgrade-Versuch wird Ihre Plesk Installation beschädigen.
Warnung: Lesen Sie die nachfolgende Anleitung bitte genau durch und halten Sie sich auch genau an sie. Die Nichtbeachtung kann dazu führen, dass Plesk und seine Services nicht mehr funktionieren.
Um das Dist-Upgrade durchzuführen, müssen Sie folgende Schritte ausführen:
- Noch vor der Durchführung des dist-upgrade sollten Sie sich unbedingt die möglichen Probleme, die auftreten können, durchlesen:
- Wenn Sie von Debian 6 upgraden: https://www.debian.org/releases/wheezy/amd64/release-notes/ch-upgrading.en.html#trouble.
- Wenn Sie von Debian 7 upgraden: https://www.debian.org/releases/stable/i386/release-notes/ch-upgrading.en.html#trouble.
- Führen Sie das Pre-Upgrade-Skript aus. Das Upgrade vorbereitende Skript hat den Namen
distupgrade.helper.<OS.old-OS.new>_pre.sh
und befindet sich im Verzeichnis/usr/local/psa/bin
. - Führen Sie das Dist-Upgrade gemäß der technischen Dokumentation des Betriebssystems durch:
- Debian 6: Folgen Sie dieser Anleitung: http://www.debian.org/releases/wheezy/i386/release-notes/ch-upgrading.html.
- Debian 7: Folgen Sie dieser Anleitung: https://www.debian.org/releases/jessie/i386/release-notes/ch-upgrading.de.html
-
Ubuntu 12.04: Verwenden Sie das Tool
do-release-upgrade
, wie hier beschrieben: https://help.ubuntu.com/14.04/serverguide/installing-upgrading.html
- Führen Sie das Post-Upgrade-Skript aus. Das Upgrade nachbereitende Skript hat den Namen
distupgrade.helper.<OS.old-OS.new>_post.sh
und befindet sich im Verzeichnis/usr/local/psa/bin
.
Wenn das Post-Upgrade-Skript fertig ist, sollte Plesk einsatzbereit sein. Im Upgrade-Protokoll /var/log/plesk/install/plesk-distupgrade.log können Sie nähere Informationen über das Upgrade erhalten.
Wiederherstellung nach einem fehlgeschlagenen Dist-Upgrade
Um das System nach einem fehlgeschlagenen Dist-Upgrade wiederherzustellen, müssen Sie folgende Schritte ausführen:
Updates nach Systempaketen durchsuchen
- Stellen Sie sicher, dass sowohl
/etc/apt/sources.list
und die Repositorys in/etc/apt/sources.list.d/
auf die neue OS-Version eingestellt sind (d.h. "jessie", wenn Sie von Debian 8 upgraden, "wheezy" beim Upgrad auf Debian 7 und "trusty" beim Upgrade auf Ubuntu 14). - Rufen Sie die Befehle
apt-get update
,apt-get upgrade
undapt-get dist-upgrade
auf. Wenn keine Pakete aktualisiert werden müssen, wurden die Upgrades bereits installiert. Andernfalls müssen die Pakete upgegradet werden. Einzelheiten dazu finden Sie im nachfolgenden Abschnitt Pakete upgraden.
Updates nach Plesk Paketen durchsuchen
- Inspizieren Sie die Liste der installierten Pakete. Führen Sie den Befehl
dpkg -l | less
aus. Plesk Pakete haben für gewöhnlich das Präfix oder Suffix "plesk-", "psa" oder "sw-". Stellen Sie sicher, dass die Version aller Plesk Pakete den Namen des Betriebssystems, auf das Sie upgraden wollen, enthält (z. B. "debian8", wenn Sie von Debian 7 upgraden wollen). - Wenn die Version eines oder mehrerer Plesk Pakete den Namen des Betriebssystems enthält, VON dem Sie upgraden wollen (z. B. "debian6", wenn Sie von Debian 6 upgraden wollen), müssen diese Pakete upgegradet werden. Einzelheiten dazu finden Sie im nachfolgenden Abschnitt Pakete upgraden.
Pakete upgraden
- Aktivieren Sie die Plesk Repositorys.
- Rufen Sie den Befehl
plesk-installer --skip-cleanup
auf (fügen Sie je nach Bedarf weitere Optionen hinzu). - Wählen Sie die aktuell installierte Plesk Version aus, z. B. 12.5.30.
- Warten Sie, bis die Liste der Komponenten geladen ist und brechen Sie dann die Installation ab.
- Nun wird die Datei
/etc/apt/sources.list.d/50sw_autoinstaller.list
erstellt.
- Rufen Sie den Befehl
- Bearbeiten Sie die apt-Repositorys (
/etc/apt/sources.list
und/etc/apt/sources.list.d/*.list
), indem Sie den OS-Codenamen durch den jeweils zutreffenden neuen ersetzen (d.h. ersetzen Sie "precise" durch "trusty", "squeeze" durch "wheezy" und "wheezy" durch "jessie"). - Führen Sie ein Upgrade der Pakete durch.
- Rufen Sie den Befehl
apt-get update
auf. - Rufen Sie den Befehl
apt-get upgrade
auf. - Rufen Sie den Befehl
apt-get dist-upgrade
auf. - Sollte die Installation einiger Pakete fehlschlagen, starten Sie den Befehl
apt-get install -f
, um die nicht erfolgreich installierten Pakete neu zu konfigurieren, etwaige Fehler zu beheben und es erneut zu versuchen.
- Rufen Sie den Befehl
Plesk Komponenten upgraden
- Nachdem die Pakete upgegradet wurden, starten Sie den Plesk Installer erneut und installieren die Updates für die installierten Komponenten.
Plesk reparieren
- Starten Sie den Befehl
plesk repair installation
. - Rufen Sie den Befehl
plesk repair all -n
auf, um nach Problemen bei der Plesk Konfiguration zu suchen. - Falls Probleme erkannt werden, können Sie versuchen, sie automatisch mit dem Befehl plesk repair zu beheben (verwenden Sie den entsprechenden Aspekt
plesk repair mail
oderplesk repair web
). Sollte dies fehlschlagen, versuchen Sie, die ermittelten Probleme manuell zu lösen oder wenden Sie sich an den Support.
Potenzielle Probleme
- Fehlermeldung "API module structure...is garbled" beim Konfigurieren von Apache: Apache wurde zwar aktualisiert, aber ein oder mehrere Module wurden nicht aktualisiert. Deaktivieren Sie die betroffenen Module, um das Problem zu lösen.
- Fehlermeldung "No matches for the wildcard '*.conf'" beim Konfigurieren von Apache: Apache wurde zwar aktualisiert, aber eine oder mehrere seiner Konfigurationsdateien (zu finden in
/etc/apache2/conf.d
und/etc/apache2/plesk.conf.d
) enthalten immer noch dieInclude
-Anweisung mit der alten Syntax. Ersetzen SieInclude
durchIncludeOptional
, um das Problem zu beheben. - Fehlermeldung "Could not open configuration file ..." beim Starten von Apache: Sehr wahrscheinlich ist die angegebene Datei eine symbolische Verknüpfung, die auf eine nicht vorhandene Datei verweist. Entfernen Sie die symbolische Verknüpfung, um das Problem zu beheben.
- Fehlermeldung "Invalid command 'LockFile'" beim Starten von Apache: Apache wurde zwar aktualisiert, aber die Konfigurationsdatei
/etc/apache2/apache2.conf
enthält die veralteteLockFile
-Anweisung. Ersetzen Sie die Zeile
LockFile ${APACHE_LOCK_DIR}/accept.lock
durch die Zeile
Mutex file:${APACHE_LOCK_DIR} default
um das Problem zu lösen.
- Fehlermeldung "SSLSessionCache ... session cache not supported" beim Starten von Apache: Sehr wahrscheinlich fehlt die Datei
socache_shmcb.load
. Rufen Sie folgenden Befehl auf
cp /etc/apache2/mods-available/socache_shmcb.load /etc/apache2/mods-enabled/
um das Problem zu lösen. Sie sollten auch die Datei /etc/apache2/mods-enabled/ssl.conf bearbeiten und die Zeile
SSLMutex file:${APACHE_RUN_DIR}/ssl_mutex
durch die Zeile
Mutex file:${APACHE_LOCK_DIR} ssl-cache
ersetzen, um ein anderes Problem zu verhindern.
- Fehlermeldung "Invalid command 'Order'" beim Starten von Apache: Apache wurde zwar aktualisiert, aber eine oder mehrere seiner Konfigurationsdateien (zu finden in
/etc/apache2/conf.d
und/etc/apache2/plesk.conf.d
) enthalten immer noch die veralteteOrder
-Anweisung. Ersetzen Sie die Zeilen
Order allow,deny
Allow from all
mit
Require all granted
um das Problem zu lösen.
- Fehlermeldung "Config file dir.conf not properly enabled": Sehr wahrscheinlich ist die Datei
/etc/apache2/mods-enabled/dir.conf
eine echte Datei anstatt eine symbolische Verknüpfung. Entfernen Sie die Datei und erstellen Sie eine symbolische Verknüpfung mit Verweis auf/etc/apache2/mods-available/dir.conf
, um das Problem zu beheben. - Fehlermeldung "Failed to get D-Bus connection": Sie kann auf einen unvollständigen Wechsel von
init
aufsystemd
hinweisen. Starten Sie den Server neu, um das Problem zu lösen.